Was sagen junge Menschen zu ihren Erfahrungen mit Freiheitsentziehung in Jugendhilfe und Psychiatrie?

scan142848189In der Fachzeitschrift "FORUM für Kinder- und Jugendarbeit" erschien im September 2019 (3/2019) ein Artikel zu den Erfahrungen, die junge Menschen mit Psychiatrie und geschlossener Unterbringung in der Kinder- und Jugendhilfe gemacht haben:

Redmann, Björn (2019): Was sagen junge Menschen zu ihren Erfahrungen mit Freiheitsentziehung Jugendhilfe und Psychiatrie?, in: FORUM für Kinder- und Jugendarbeit 3/2019, S. 39-42

 

In jedem Jahr werden im Bundesgebiet hunderte junge Menschen in Einrichtungen der Jugendhilfe und der Psychiatrie freiheitsentziehend untergebracht. Der Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. (KJRV) aus Dresden hat im Frühjahr 2019 junge Menschen in Wochenend-Workshops zu ihren Erfahrungen mit Freiheitsentziehung befragt und einen Raum für Austausch geschaffen. Ziel dieses Projekts war es, eine Broschüre durch junge Menschen für andere junge Menschen zu erarbeiten, die von freiheitsentziehender Unterbringung bzw. Maßnahmen betroffen sind oder betroffen sein werden. Diese Broschüre wird zum Jahresende erscheinen, mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht werden und soll in Zukunft jedem Jugendamt und jedem Familiengericht verfügbar sein.

Was sagen junge Menschen zu ihren Erfahrungen mit Freiheitsentziehung in Jugendhilfe und Psychiatrie?

von Björn Redmann

Anlass für dieses Projekt, das von der Aktion Mensch unterstützt wurde, waren Änderungen im § 1631b BGB. Auf Grundlage dieses Paragrafen werden freiheitsentziehende Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen vollzogen. Im Jahr 2017 wurde er erweitert und im Kern zwei Sachverhalte neu geregelt: Zum einen wurde gesetzlich festgelegt, dass nicht nur die Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen von einem Familiengericht genehmigt werden muss, sondern auch jede einzelne freiheitsentziehende Maßnahme in Einrichtungen, selbst wenn diese nicht geschlossen unterbringen. Darüber hinaus braucht es nun für jede Maßnahme und jede Unterbringung jeweils eine separate familiengerichtliche Genehmigung.

Weiterlesen: Was sagen junge Menschen zu ihren Erfahrungen mit Freiheitsentziehung in Jugendhilfe und...

Rückzug oder Offensive? Was will und kann die Kinder- und Jugendhilfe der Zukunft?

Sozial Extra 5 2019Unter dem Titel "Rückzug oder Offensive? - Was will und kann die Kinder- und Jugendhilfe der Zukunft?" haben Ullrich Gintzel und Björn Redmann in der Fachzeitschaft "Sozial Extra" 5/2019 ihre Sicht auf die Kinder- und Jugendhilfe unter dem Schwerpunktthema des Heftes Fachkräftemangel und Deprofessionalsierung dargestellt. In dem Beitrag werden – auch unter Einbeziehung historischer Eckpunkte – aktuelle Entwicklungen in der Jugendhilfe kritisch in den Blick genommen. Plädiert wird für eine professionelle Haltung im Angesicht einer lebensweltorientierten Jugendhilfe, um ihre Aufgabe als Demokratie fördernde gesellschaftliche Instanz zu bestärken.

 

Gintzel, Ullrich & Redmann, Björn (2019): Rückzug oder Offensive? - Was will und kann die Kinder- und Jugendhilfe der Zukunft?, in: Sozial Extra 5/2019, S. 326-329, https://doi.org/10.1007/s12054-019-00214-0

In Fachzeitschrift erschienen: Offener Brief von jungen Menschen an die Fachkräfte aus Psychatrie und Jugendhilfe

Offener Brief 1631b FORE klein erschienen in:Forum Erziehungshilfen 4/2019, S. 195

Zwischen November 2018 und April 2019 hat der Kinder- und Jugendhilferechtsverein mit 13 jungen Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet, die Erfahrungen mit Freiheitsentziehung in Jugendhilfe und Psychiatrie gemacht haben, drei Wochenendworkshops in Berlin, Hamburg und Dresden veranstaltet. In diesen Workshops haben sie ihre Geschichten erzählen können, sich gegenseitig befragt und nach gemeinsamen Erfahrungen gesucht.Ziel des Projektes war es, dass sie eine Broschüre erarbeiten, die anderen jungen Menschen, die in ähnliche Situationen kommen, Unterstützung bieten kann. Und sie haben ihre Erfahrungen in Form eines Offenen Briefes an Fachkräfte aus Psychiatrie und Jugendhilfe formuliert. Dieser Offene Brief ist nun in der Fachzeitschrift "Forum Erziehungshilfen" erschienen und kann so den fachlichen Diskurs um Geschlossene Unterbringung und Freiheitsentziehende Maßnahmen anreichern. Denn diese Zwangsmaßnahmen gegen den Willen der Betroffenen nehmen zu.

Die Broschüre erscheint Anfang Februar 2020 in leichter Sprache.

Das Projekt wurde unterstützt mit Mitteln der Aktion Mensch.

Der Text des Offenen Briefes:

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Buchveröffentlichung: "Bildung am Rande - warum nur gemeinsam mit Adressant_innen in der Jugendhilfe Bemächtigungsprozesse initiiert werden können" Ulrike von Wölfel & Björn Redmann (Hrsg.)

BildungamRande.jpgDieser Sammelband widmet sich der Bedeutung von Bildung im Kontext einer kritischen Pädagogik innerhalb der Zivilgesellschaft am praktischen Beispiel der Bildungsarbeit mit Adressat_innen der Kinder und Jugendhilfe. Motivation für das Buch waren dabei die Bildungsformate MUSKEPEER und LÖWENELTERN, die von Menschen des KJRV gemeinsam mit Adressat_innen der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt wurden. Die Autor_innen beschäftigen sich in den einzelnen Beiträgen mit der Frage, ob und wie es gelingen kann, Menschen mit Mitteln von Bildung in die Lage zu versetzen, gestärkt und machtvoll mit der Kinder- und Jugendhilfe  oder anderen gesellschaftlichen Institutionen die jeweils eigenen Belange verhandeln zu können.

Das Buch erscheint im September 2019 bei BeltzJuventa.

Fachbeitrag „Muskepeer, Heimkinder, Care Leaver“

In der Fachzeitschrift „FORUM für Kinder und Jugendarbeit“    Hände
ist im Juni 2018 ein Artikel über unser Projekt
„Muskepeer, Heimkinder, Care Leaver“ veröffentlicht worden.
Dort berichtet Elsa Thurm über die Care Leaver Seminarreihe
und gibt uns einen Einblick in das Jugendhilfe Projekt.
 
Hier findet Ihr den Link zum Artikel, auch gerne zum downloaden.
 
 
Der ganze Artikel im Volltext:

Weiterlesen: Fachbeitrag „Muskepeer, Heimkinder, Care Leaver“

Buch im Juventa-Verlag erschienen: Von Löweneltern und Heimkindern

BuchcoverBetroffenen eine Stimme geben - ihnen und ihren Anliegen Gehör verschaffen. Das ist eines der Anliegen des Vereins. Unter diesem Motto könnte auch das im Beltz Juventa-Verlag neu erschienene Buch "Von Löweneltern und Heimkindern. Lebensgeschichten von Jugendlichen und Eltern mit Erfahrungen in der Erziehungshilfe" stehen.

Im Buch sind 12 Lebensgeschichten von Müttern und Jugendlichen versammelt, die in und mit der Jugendhilfe leben. Aus selbst gesprochenen Erzählungen haben Autor_innen Lebensgeschichten gemacht, die sich leicht lesen lassen. Es sind Geschichten, die in der Jugendhilfe spielen. Viele der Protagonist_innen sind im Heim aufgewachsen, manche haben ihre Kinder dort untergebracht.

Was berichten Menschen über den Weg in die Jugendhilfe hinein? Wie beschreiben sie Krisen? Wo haben sie Hilfe gefunden? Von welcher Jugendhilfe auch sind sie enttäuscht worden? Auf was hoffen sie? Auf insgesamt 129 schildern 12 Betroffene in eigenen Worten, wie es ihnen in der Jugendhilfe ging oder aktuell geht.

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Artikel in der Sächsischen Zeitung vom 17.06.2016

Sächsische zeitung 270616Die Sächsische Zeitung brachte am 17.06.2016 einen Artikel über unsere Arbeit. Ausgangspunkt war ein Beitrag, in dem die Sächsische Zeitung vorher darüber berichtete, wie ein Vater sich vom Jugendamt unverstanden fühlte und anschließend damit drohte, das Heim und das Jugendamt anzuzünden. Wir sprachen mit einem Redakteur darüber, wie es zu solchen Situationen kommen kann und was das mit der Ausstattung und der Arbeitsdichte in Jugendämtern zu tun hat. Denn das betrifft Eltern. Und damit auch uns. Hier ist der Artikel in voller Größe nachlesbar.

„Wenn man Veränderung in der Sozialen Arbeit will, reicht es im Moment nicht aus, nur seinen Job zu machen“

BRJ 2015Was motiviert Ehrenamtliche für die Ombudschaftliche Beratung? Wie können Ehrenamtliche gewonnen werden? Welche Fortbildungsangebote brauchen ehrenamtliche Berater_innen? Wofür braucht es hauptamtliche Strukturen für die Beratung? Wie kann die Unabhängigkeit gesichert werden?

All diese Fragen beantwortet ein Artikel, den die Berliner Kolleginnen Ulli Schiller und Dr. Nicole Rosenbauer verfasst haben. Sie haben drei Jahre im Projekt „Entwicklung und Etablierung neuer Strukturen ehrenamtlicher Arbeit“ gearbeitet, dass von der Aktion Mensch gefördert wurde. Hier kann der Artikel nachgelesen werden.

Bundeskabinett spricht sich für Ombudsstellen aus

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Das Bundeskabinett hat am 16.12.2015 die Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes beschlossen. Die Evaluation war in der Beschlussfassung des Gesetzes im Jahr 2011 verpflichtend eingeführt worden.

Die Bundesregierung sieht Fortschritte beim Kinderschutz. So funktioniere die Vernetzung gut, Hausbesuche würden bei Kindeswohlgefährdungen flächendeckend durchgeführt, auf Hilfs- und Beratungsangebote würden Eltern hingewiesen und Angebote der Frühen Hilfen würden Eltern frühzeitig erreichen. Auch sei rund 100 Personen die Tätigkeit in der Jugendhilfe versagt worden, bei denen einschlägige Eintragungen im Führungszeugnis aufgetaucht seien.

Allerdings benennt die Evaluation auch noch „Weiterentwicklungsbedarfe“. So gebe es „noch Defizite in der Umsetzung der flächendeckende Implementierung von Beteiligungs- und Beschwerderechten in Einrichtungen, die dem § 45 SGB VIII unterfallen“. Das bedeutet, dass nicht in allen Einrichtungen solche Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren verfügbar sind. Das wäre aber nach geltender Rechtslage Voraussetzung für die Erteilung einer Betriebserlaubnis.

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Ombudschaft: Zwischen Widerstand und Verstrickung

klein AMOS OmbudsschaftIm Heft 04/2013 der Fachzeitschrift "AMOS" erschien ein Fachbeitrag des KJHRV.

 

Auch wenn Kosten für die Hilfen zur Erziehung seit einigen Jahren steigen – die Dramatik der Lebensverhältnisse bestimmter Milieus steigt schneller. Die Schere zwischen Bedarfen und gewährten Hilfen geht immer weiter auseinander. Die kommunalen Haushalte sind trotz erhöhter Steuereinnahmen weiter massiv unter Druck. Und da geschieht es immer häufiger, dass Kinder, Jugendliche und Familien nicht die Hilfen bekommen, die ihnen aus fachlichen Gründen zustehen.

Redmann, Björn: „Ombudschaft – Zwischen Widerstand und Verstrickung“, in: AMOS. 4/2013

Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen.

Ombudschaftliche Arbeit in Sachsen

 kleinIm Heft 04/2015 der Fachzeitschrift "DER PARITÄTISCHE" erscheint ein Fachbeitrag des KJHRV. Er stell die Arbeit des KJHRV vor.

Was tun, wenn sich die Berichte häufen, dass Eltern und Kinder nicht die Hilfen vom Jugendamt bekommen, die ihnen zustehen? Was tun, wenn zunehmend mehr Eltern in Konflikten mit dem Jugendamt nicht weiterkommen? Was tun, wenn die Jugendhilfepraxis von Rechtsbrüchen und rigider Leistungsgewährung berichtet? In Sachsen hat sich ein Verein gegründet, der ombudschaftliche Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe anbietet: ehrenamtlich und kostenfrei für die Ratsuchenden. Dieser Verein braucht personelle Verstärkung.

Redmann, Björn: Ombudschaftliche Arbeit in Sachsen, Erschienen in: DER PARITÄTISCHE, H. 4/2015

Der vollständige Artikel hier als PDF.

Ombudschaft in der Jugendhilfe zwischen systematischer Kritik und konkreter Ermächtigung – Berichte und Erfahrungen aus der ombudschaftlichen Beratung in Dresden

 

Im Heft 20150309101611 0000101/2015 der Fachzeitschrift "Evangelische Jugendhilfe" erscheint ein Fachbeitrag des KJHRV.

Ombudschaftliche Beratung in der Jugendhilfe ist ein vergleichsweise junges Thema. Zwar gibt es seit 2002 in Berlin ein solches Beratungsangebot, es war viele Jahre allerdings auch das einzige. Seit einigen Jahren gründen sich im Bundesgebiet vermehrt ombudschaftliche Initiativen, die an der »strukturellen Machtasymmetrie « (vgl. Urban-Stahl, 2001, S. 9 ff.) zwischen Hilfesuchenden und Jugendamt ansetzen.
Dieser Artikel stellt die Arbeit ombudschaftlicher Initiativen am Beispiel der Initiative in Dresden vor und reflektiert diese vor dem Hintergrund problematischer Entwicklungen in der Jugendhilfe.

 

Redmann, Björn: Ombudschaft in der Jugendhilfe zwischen systematischer Kritik und konkreter Ermächtigung – Berichte und Erfahrungen aus der ombudschaftlichen Beratung in Dresden, Erschienen in: Evangelische Jugendhilfe, H. 1/2015

 

Der vollständige Artikel hier als PDF.

Ombudschaftliche Beratung als widerständige Praxis oder – Was ist der sozialpolitische Auftrag von Ombudschaft in der Jugendhilfe?

CORAX 06 2014

In einem zweitägigen Workshop auf der Tagung „! Einmischen – Strategien und Gegenwehr“, welche  am 10. und 11. Oktober 2014 in Berlin  stattfand und durch das Unabhängige Forum kritische Soziale Arbeit (www.einmischen.com) veranstaltet und organisiert wurde, haben sich Fachkräfte der Jugendhilfe (freie und öffentliche Träger)  mit dem sozialpolitischen Auftrag ombudsschaftlicher Arbeit beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage wie eine widerständige Praxis aussehen kann, was die Themen der sozialpolitischen Einmischung sind oder sein sollten und wo Orte dieser Einmischung zu suchen sind. Der folgende Beitrag möchte die zentralen Diskussionsstränge zusammenfassen.

 

erschienen in: CORAX - Magazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen, Heft 6/2013

 

Christiane Löffler/Björn Redmann: Ombudschaftliche Beratung als widerständige Praxis oder – Was ist der sozialpolitische Auftrag von Ombudschaft in der Jugendhilfe?

Partizipation – Grundlage gelingender Erziehungshilfe

Bericht von der bundesweiten Fachtagung gleichen Titels  am 25. und 26. September in Dresden

 

Die Beteiligung von Mädchen, Jungen und Eltern in den Einrichtungen und Diensten der Hilfe zur Erziehung ist für die Kinder- und Jugendhilfe seit vielen Jahren gesetzlich verankert. Im Jahr 2012 wurde das eigenständige Recht von Kindern und Jugendlichen auf Beratung gesetzlich verstärkt und die Einrichtungsträger verpflichtet, Konzepte und Verfahren für Rechte, Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten auszugestalten. Damit ist der Rahmen gesetzt, um Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten zu entwickeln und in der pädagogischen Praxis mit Leben zu erfüllen. Auf der anderen Seite zeigt sich immer wieder, dass dies weder bei den Jugendämtern, noch in Einrichtungen und Diensten ein Selbstläufer ist. Es gilt, eine Kultur der Beteiligung zu entwickeln und zu leben, die für das Gelingen erzieherischer Hilfen unverzichtbar ist.

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